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Was sind Zinsen?

Was sind Zinsen?

Zinsen sind definiert als das Entgelt, das ein Schuldner, also der Empfänger der Geldes, für einen bestimmten Zeitraum für die Nutzung des Geldes an den Gläubiger, also den Geldgeber, zahlt.

Schuldner sind bei Geldanlagen durch Kunden die Banken bzw. bei Krediten der Kunde, der den Kredit von der Bank erhält (Kreditnehmer). Gläubiger sind die Kunden, die bei der Bank Geld anlegen. Bei Krediten ist die Bank der Gläubiger. Es ist also ganz einfach: Sie bekommen Zinsen von der Bank, wenn Sie Ihr Geld dort anlegen und Sie müssen der Bank Zinsen zahlen, wenn Sie einen Kredit von der Bank bekommen haben.

Die Höhe der Zinsen (Zinsbetrag) wird durch den Zinssatz und die Laufzeit der Geldanlage beziehungsweise des Kredits bestimmt. Grundsätzlich werden die Zinssätze mit einer Vergütung pro Jahr angegeben. Dies erkennen Sie an dem Kürzel “p.a.”, das aus dem Lateinischen stammt und “per annum” bedeutet - also “pro Jahr” beziehungsweise 12 Monate. Wenn Sie Ihr Geld nur für drei Monate anlegen, aber der Zinssatz mit zum Beispiel 8% p.a. vereinbart ist, so bedeutet dies, dass Sie für die 3 Monate den realen Satz von 2% Zinsen bekommen (8% geteilt durch 4, da ein Jahr in diesem Fall 4 Laufzeiten à 3 Monate hätte).

Ebenfalls wichtig ist die Unterscheidung zwischen Nominalzinsen und Realzinsen: Der Nominalzins ist der tatsächlich für eine Geldanlage oder einen Kredit bezahlte Zinssatz. Vom Realzins wird gesprochen, wenn man vom Nominalzins die Inflationsrate abzieht, also die tatsächliche Vermögensvermehrung betrachtet. Inflation ist hierbei als der Kaufkraftverlust Ihres Geldes durch Preissteigerungen zu verstehen. Nehmen wir an, Sie würden Ihr Geld zu 2% Zinsen pro Jahr anlegen, hätten im selben Jahr aber eine Inflationsrate von 3%, so würden Sie einen Realzins von minus 1% haben, d.h. Ihr angelegtes Geld wäre trotz des Zinsertrags weniger wert als noch im Jahr zuvor.

Der Effektivzins oder auch effektive Jahreszins ist zu verstehen als der Zinssatz, der berechnet werden kann, indem man vom Nominalzins die Kosten der Anlage abzieht (zum Beispiel Kontogebühren) beziehungsweise bei Krediten weitere Kosten des Kredits zum Nominalzins hinzurechnet.

Oft werden Sie auch in den Nachrichten von Geldmarktzinsen und Kapitalmarktzinsen gehört haben. Dies sind Zinssätze, zu denen sich Banken in der Regel untereinander Geld leihen bzw. verleihen. Der Geldmarktzins wird bei sehr kurzfristigen Laufzeiten (z.B. über Nacht) auf dem Geldmarkt verwendet und auch oft als Leitzins bezeichnet. Der Kapitalmarktzins ist dagegen der Zinssatz für langfristige Anleihen auf dem Kapitalmarkt. Wichtig für Sie ist zu verstehen, dass Änderungen der Geld- und Kapitalmarktzinsen indirekt die Zinssätze beeinflussen, die Sie von Ihrer Bank für Geldanlagen erhalten bzw. für Kredite zahlen müssen. Falls sie eine feste Verzinsung Ihrer Anlage vereinbart haben, so wirken sich diese Änderungen nach Ablauf der Anlage aus, bei variabler Verzinsung können diese Veränderungen sich innerhalb kurzer Zeit in Ihrem persönlichen Zinssatz widerspiegeln.

Lesen Sie weiter: Was sind Zinseszinsen und wie funktioniert die Zinsrechnung?